Alles E-Bike, oder was?

Da stelle me uns e mal janz dumm. Watt is en Dampfmaschin? …“ –  So oder so ähnlich fragte  das schon der Professor Bömmel in der „Feuerzangenbowle“ seine Studenten. Kaum vorstellbar, dass sich auch heute noch, trotz Hightech-Informationsfluss, so ähnliche Fragen immer noch stellen lassen, ohne dass es hierzu aus der Allgemeinheit fachlich konkrete und richtige Antworten ableiten lassen. E-Bike steht mittlerweile als Synonym für ein Elektrofahrrad, macht ja auch Sinn und reicht dem Otto Normalverbraucher als Unterschied zwischen normalen Fahrrädern und eben den Elektrofahrrädern zu unterscheiden. Begibt man sich erst einmal in diese elitären Kreise der motorisierten Drahteselfraktion, muss man schon genauer wissen um was es sich handelt. Denn, hier gibt es große Unterschiede! Fangen wir doch mal an:

  • PEDELEC (Pedal Electric Cycle)
    Das ist das, was die meisten unter einem E-Bike verstehen und auch das, was wohl am meisten verkauft wird. Nämlich ein Fahrrad, bei dem man selber treten muss um vorwärts zu kommen und vom Elektromotor lediglich bei seiner Tretarbeit unterstütz wird. Bei den Pedelecs hört die Elektro Unterstützung  bei Erreich von 25 km/h auf und der Motor schaltet sich ab. Rechtlich gelten die Pedelecs als Fahrräder (§1 Abs.3 StVG) und man braucht somit weder Führerschein noch Versicherungsschutz und auch kein Mindestalter. Die Motoren haben eine maximale Leistung von 250W.
  • S-PEDELEC (Speed-Pedal Electric Cycle)
    Ähnlich wie beim Pedelec, wird auch hier das eigene Treten unterstützt. Allerdings hört die Unterstützung nicht bei 25 km/h auf, sondern erst bei 45 km/h. Diese S-Pedelecs benötigen deshalb auch einen Versicherungsschutz und sind anmeldepflichtig. Fahrer dieser S-Pedelecs unterliegen der Helmpflicht und benötigen ebenso einen Führerschein. Die Wattleistung der Motoren geht hier bis 500 Watt.
  • E-Bike
    Vom eigentlichen E-Bike spricht man streng genommen erst dann, wenn man nicht mehr selber treten muss, also auf Knopfdruck selbstständig fährt. Auch bei den E-Bikes gibt es verschiedene Klassifizierungen in der Geschwindigkeitsbegrenzung und den daraus resultierenden Bestimmungen.

Am besten lässt sich das in einer Tabelle darstellen:

E-Bike=Pedelec=Elektrofahrrad

Soviel also zur offiziellen Benennungsformel. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird sich der Begriff Pedelec wohl nicht durchsetzen. Hier hat sich bereits E-Bike als Oberbegriff und Akronym für die Elektroräder etabliert und das ist auch gut so. Pedelec hört sich irgendwie ‚komisch‘ an, bei E-Bike weiß jeder was gemeint ist, ob er nun fachlich informiert ist oder nicht. Zumindest bei den zuletzt genannten muss man eh noch sehr viel Aufklärungsarbeit leisten, bis die Vorstellung von den „Altherren-Schummelbikes“ aus den Köpfen verschwunden ist. Ich empfehle solchen Leuten immer eine Probefahrt beim Händler.

Author: FraJa

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